Kapitel 3 – „Die Stadt Treva“

Kapitel 3 – „Die Stadt Treva“

Das Wetter wurde immer schlechter, orkanartig wirbelte der Wind die Regentropfen durch die Luft. Gottwin und Witold klammerten sich an ihre Pferde. Die Sicht in der Dunkelheit wurde immer lausiger, selbst die Zäune zu beiden Seiten des Weges waren nur noch Konturen ihrer selbst. Der Bodenbelag änderte sich, der Weg ging in eine Straße über und die Hufeisen der Pferde knallten auf das harte Pflaster. In der Ferne entdeckten die Beiden flackernde Lichter. Mit jedem weiteren Schritt zeichneten sich die Umrisse der Häuser ab. Die Lichter waren flackernde Kerzen die unter einem Vordach eines großen Hauses brannten, welches sich am Rande der Stadt befand. Sie beleuchteten die Eingangstür und das darüber befestigte Schild mit der Aufschrift „Gasthaus & Taverne“. Gottwin und Witold waren erschöpft. Zu ihrer Erleichterung bot sofort das erste Haus eine Übernachtungsmöglichkeit. Vor dem großen Mauerwerk stoppten sie ihre Pferde. Die Augen von Witold strahlten vor Neugier, noch nie hatte er ein richtiges Bauwerk betreten. Sie stiegen von den Pferden und traten durch die dicke Holztür ins Innere. Sie fanden sich in einem großen Aufenthaltsraum wieder, der durch etliche Kerzen erleuchtet wurde. Tische und Stühle standen verteilt im Saal und durch einen Gang konnte man zu einem Tresen schreiten hinter dem sich eine Tür befand. Eine Treppe führte rechts neben dem Tresen nach oben, gefolgt von einem schmalen kurzen Flur. Die Tür hinterm Tresen öffnete sich und ein Mann trat hinaus. Im Hintergrund konnte man Teile der Küche erkennen. Es war der Gastwirt des Hauses. Sein Haar war dunkel und er trug einen modischen Topfschnitt. Sein Schnurrbart saß so über seiner Lippe, als hätte er gerade den Barbier verlassen. Er erblickte die Beiden und sprach mit leicht verärgerter Stimme:

(Gastwirt) „Schönen guten Abend die Herren. Was kann ich für euch tun? Und woher kommt ihr wenn ich fragen darf?“

Gottwins und Witolds nasse Klamotten tropften auf die frisch gebohnerten Holzdielen. Die beiden gingen zum Tresen und Witold sagte aufgeregt:

(Witold) „Scheiße! Wir wollen über Nacht bleiben. Er kommt aus Sonnwinn und ich …“

Witold brachte seinen Satz nicht zu Ende. Was hätte er auch sagen sollen? Vom Apfelbaum? Der Mann hinterm Tresen setzte einen unzufriedenen Blick auf, obwohl vor ihm ja potenzielle Kundschaft stand.

(Gastwirt) „Aus Sonnwinn? Grrrhh… Margret komm her!“

Der Mann rief nach seiner Frau und blickte auf die Küchentür. Aber die Tür öffnete sich nicht. Er wurde zorniger und schrie noch einmal:

(Gastwirt) „Margret verdammt, komm ran hier!!“

Plötzlich öffnete sich die Tür dann doch und eine dicke Hausfrau stand im Raum.

(Gastwirt) „Wir haben Gäste aus Sonnwinn, Margret! Geh sofort und mach zwei Zimmer fertig! Habt ihr sonst noch irgendwelche Wünsche?“

Das Gesicht der Frau war zuerst freundlich, bis sie den Namen Sonnwinn hörte. Da verzog sich ihre gute Miene und sie stieg die Treppe hinauf. Gottwin und Witold knurrte der Magen.

(Gottwin) „Könnten wir einen Zwiebelbraten haben?“,

fragte Gottwin voller Hoffnung. Der Gastwirt antwortete zickig:

(Gastwirt) „Alles was der Herr aus Sonnwinn verlangt! Möchten sie etwas trinken?“

(Gottwin) „Sicher! Zwei Bier und zwei Kurze!“,

schoss es aus Gottwin nur so heraus und er fügte hinzu.

(Gottwin) „Außerdem haben wir noch unsere Pferde draußen vor der Tür stehen, könnten Sie die irgendwo unterstellen?“

Hinter dem Tresen begann der Gastwirt Bier aus einem Fass in zwei Krüge zu zapfen und füllte Schnaps in zwei Becher.

(Gastwirt) „Ich mach alles was Sie verlangen, mein Herr!“,

antwortete er ihnen während er die Krüge und die Becher auf den Tresen stellte. Witold warf seinen prall gefüllten Rucksack auf den Boden. Witold und Gottwin stießen miteinander an und lachten. Der Gastwirt wiederum schritt mit einer säuerlichen Miene nach draußen, um die Pferde in den Stall zu bringen. Witold staunte über das große Haus. Die beiden hatten sich auf zwei Hocker am Tresen gesetzt und er sprach zu Gottwin.

(Witold) „Gottwin, die sind aber nett hier und das Bier ist zehnmal besser als das, was Raskild immer gebraut hat!“

Gottwin, der auch verwundert über die Situation war, antwortete ihm.

(Gottwin) „Ja eigenartig, ich dachte in dieser Stadt würde das totale Chaos herrschen. Aber darum kümmern wir uns morgen. Nimm dir den Kurzen!“

Der Gastwirt schritt wieder durch die Eingangstür hinein. Mit einer zornigen aber dennoch überraschten Stimme sagte er:

(Gastwirt) „Da habt ihr aber zwei stattliche Hengste. Ihr seid wohl schon auf die Banditen getroffen?“

Gottwin, der sich an den Kampf mit Sax und Landolf erinnerte, nickte ihm zu als er den Becher Schnaps runter würgte.

(Gastwirt) „Nun denn, ihr könnt jetzt nach oben, die Zimmer müssten soweit sein!“

Sie nahmen ihre Sachen und gingen die alte Holztreppe in den ersten Stock hinauf. Am Ende des Flures standen zwei Türen auf von denen Licht in den dunklen Flur strahlte. Sie schritten an mehreren Türen vorbei und blickten hinein. Margret zündete gerade noch die letzte Kerze im rechten Zimmer an.

(Margret) „So ihr, das sind eure Zimmer, die Toilette ist die Treppe runter und dann links.“

Margret verschwand eilig die Treppen hinab und Gottwin schmiss sich sofort auf das Bett. Die drei Tage reisen und kämpfen hatten an seinen Kräften gezehrt. Witold bezog das linke Zimmer gegenüber von Gottwin. Er setzte sich an einen Tisch und packte erst einmal seinen Rucksack aus. Bis das Essen fertig war entschied er sich noch ein paar Experimente durchzuführen. Er entzündete eine Kerze und befestigte eine Phiole in einer Fassung darüber. Er grübelte etwas und begann zu experimentieren.

(Witold) [Jetzt wo ich mit Gottwin reise braucht das Elixier des Wolfes eine längere Wirkungszeit]

Er vermischte ein paar Flüssigkeiten, aber ohne Erfolg. Nach einer Weile sagte er:

(Witold) „Scheiße, ich glaub ich muss pissen!“

Witold ging den Flur entlang die Treppe runter. Im Aufenthaltsraum angekommen, drangen die Stimmen des Gastwirtes und seiner Frau an sein Ohr. Die beiden stritten.

(Margret) „Muss das wirklich sein, dass wir jetzt noch Schmorbraten machen müssen?“

Der Gastwirt antwortete in einer hoffnungslosen Stimmlage:

(Gastwirt) „Schatz, der mit dem gelbbrauen Hemd kommt aus Sonnwinn und sie haben Pferde der Banditen bei sich!“

(Margret) „Wir haben Kinder, die Morgen früh aufstehen. Das darf doch alles nicht war sein. Dass diese ehrlosen Sonnwinn-Kämpfer sich diesen grauenhaften Banditen anschließen!“

(Gastwirt) „Margret du weißt doch wie es uns ergeht, wenn wir nicht machen was die sagen! Außerdem glaub ich fest daran das der König dieses mal fähige Kämpfer los geschickt hat, die Treva befreien werden!“

(Margret) „Seit fast zwanzig Jahren steht diese Stadt jetzt unter der Fuchtel der Banditen! Ich kann nicht mehr, wenn das so weiter geht können wir unser Gasthaus schließen. Und was dann? Ich werde nicht mit den Bastarden in den Hütten leben!“

Die Frau schlug mit der Kelle auf den Tisch und kochte fluchend. Witold hörte wie sich die Küchentür öffnete und verschwand auf dem Klo. Als er fertig war schlich er sich zurück in sein Zimmer. Nach einer Weile klopfte es an den Türen, Margret, die Köchin, stand mit einem großen Tablett im Flur. Es roch so köstlich, dass den beiden schon das Wasser im Mund zusammen lief.

(Margret) „Wo wollt ihr essen?“

Gottwin stotterte völlig aus dem Häuschen vor sich her:

(Gottwin) „Bei mir wird gegessen. Witold komm ran!“

Die Köchin stellte das Tablett auf den Tisch in Gottwins Zimmer. Auf dem Tablett dampfte ein geschnittener Zwiebelbraten sowie Kartoffeln und Rotkohl vor sich hin. Gottwin bedankte sich bei Margret doch sie warf ihm nur einen bösen Blick zu. Danach verschwand sie und die beiden stopften sich die Hälse voll. Witold kämpfte mit den Tränen, nie zuvor hatte er so etwas Leckeres gegessen. Im Wald gab es Fleisch immer am Stock über dem Feuer.

(Witold) „Scheiße, ist das gut!“

Gottwin lachte mit dem Mund voller Schweinebraten.

(Gottwin) „Mein Lieblingsgericht, kennst du das gar nicht?“

Witold brüllte ihn mit einer glücklichen, überwältigten Stimme an.

(Witold) „Woher soll ich das denn kennen? Ich lebte im Wald!“

Die Beiden schlangen um die Wette bis sie alles verputzt hatten und sie laut aufstießen. Witold erzählte Gottwin von dem Gespräch, das er zufällig belauscht hatte. Gottwin fiel aus allen Wolken, er konnte es nicht fassen, dass die ganze Stadt von den Banditen kontrolliert würde und dass Kämpfer aus Sonnwinn sich ihnen angeschlossen haben sollen. Für Gottwin stand fest, dass sie sich erst einmal ein eigenes Bild von der Lage verschaffen müssten. Die beiden diskutierten eine Weile über den morgigen Tagesplan und beschlossen sich am nächsten Tag erst einmal unauffällig unter die Bürger der Stadt zu mischen. Danach schleppte sich Witold mit seiner vollen Wampe in sein Bett. Die beiden schliefen wie Steine bis zum nächsten Morgen. Als die Sonne aufging, weckten die Hähne die Stadt und das schlechte Wetter war mit den Wolken davon gezogen. Gottwin sprang aus seinem Bett, machte einige Liegestütze und klopfte dann an die Tür von Witold. Nichts regte sich, Gottwin öffnete die Tür und trat in sein Zimmer. Witold lag auf dem Rücken in seinem Bett und befand sich immer noch im Tiefschlaf.

(Gottwin) „Witold steh auf, du Sack!“,

rief Gottwin, der vor dem Bett seines Freundes stand. Dieser öffnete ein Auge und murmelte:

(Witold) „Lass mich hier liegen, ich hab noch nie so gut geschlafen.“

(Gottwin) „Steh auf, unten gibt es bestimmt Frühstück.“

(Witold) „Frühstück?“

Witold stand plötzlich kerzengerade auf seinem Bett. Seine Augen funkelten und er malte sich schon das tollste Frühstück aus, nach dem köstlichen Abendessen. Er zog seine Stiefel an und schulterte seinen Rucksack.

(Witold) „Auf geht’s Gottwin, trödle hier nicht rum!“,

sagte er und sauste an ihm vorbei. Die Beiden liefen den Flur entlang, die Treppe hinunter und erblickten einen prall gefüllten Aufenthaltsraum. Fast alle Tische waren belegt, selbst der Tresen war gut besetzt.

(Gottwin) „Da links ist ein Tisch frei!“,

sagte Gottwin und zeigte auf einem Tisch nahe der Eingangstür. Witold rührte sich erst nicht, folge Gottwin aber dann. Er hatte noch nie so viele Leute aus der Nähe gesehen. Immer wieder blickte er um sich als leide er unter Verfolgungswahn. Kurz nachdem sie sich setzten, kam schon der Gastwirt zu Tisch.

(Gastwirt) „Brot und Brötchen meine Herren, dazu Aufschnitt und Marmelade?“,

fragte er höflich. Witold warf Gottwin einen verdutzten Blick zu. Er wusste nicht was wie schmeckt und was er hätte wählen sollen. Im Wald gab es morgens Wurzeln oder Beeren und am Nachmittag oder Abend ein Wildtier über dem Feuer. Gottwin grinste, haute mit den Fäusten auf den Tisch und sagte:

(Gottwin) „Bring uns gleich alles!“

Einige Zeit verging und der Gastwirt deckte ihren Tisch mit einem Korb voll Brötchen, Brot, Tellern und einer Platte auf der man die Wahl zwischen Marmelade, Wurst und Käse hatte. Witold war völlig überrascht von diesem faszinierenden Frühstück. An einem Tisch rief ein Mann Richtung Tresen.

(Mann) „Krieg ich ein Bier! Aber dalli!“

Der Gastwirt zapfte sofort eins hinter dem Tresen und brachte es zum Tisch.

(Mann) „Ich brauch ein schnelles Tier um nach Brünn zu reiten. Kannst du mir einen Händler empfehlen?“

Der Gastwirt stellte ihm das Bier auf den Tisch und antwortete.

(Gastwirt) „Mein Herr, Treva ist bekannt für seine Reittiere! Händler finden Sie auf dem Reittiermarkt von hier aus genau hinter dem normalen Markt.“

Der Mann am Tisch schnippte dem Wirt eine Silbermünze zu. Er stürzte sein Bier hinunter und knallte den Krug auf den Tisch, stand auf und verließ das Gasthaus. Witold machte plötzlich ein dummes Gesicht und fragte Gottwin.

(Witold) „Gottwin du musst für mich mitbezahlen!“

Gottwin schluckte das Brot in seinem Mund runter und sagte kühl.

(Gottwin) „Ich hab gar kein Geld.“

Witold rutschte die Marmelade von der Stulle, er senkte den Kopf und flüsterte:

(Witold) „Meinst du, das ist hier alles für lau?“

Er schaute sich um, vor Jedermann im Raum lag ein Münzbeutel. Plötzlich trat der Gastwirt erneut an ihren Tisch und fragte ob es noch was sein darf. Witold dem schon das Herz in die Hose gerutscht war schüttelte nur den Kopf. Doch Gottwin sagte ganz locker:

(Gottwin) „Für mich und meinen Freund zwei große Krüge!“

Der Gastwirt nickte, zapfte und brachte das Bier zum Tisch. Danach verschwand er wieder hinter dem Tresen und bediente andere Gäste.

(Witold) „Du Gottwin, wir haben doch gar kein Geld, wie kannst du da noch was bestellen?“

Gottwin zeigte auf zwei Kinder an einem Tisch.

(Gottwin) „Die haben sicher auch kein Geld und essen hier.“,

sagte er gelassen, als die Frau des Gastwirts aus der Küche zum Tisch der Kinder ging und sagte:

(Margret) „Armin und Maria, ihr könnt gleich im Garten hinter dem Haus spielen. Wir gehen erst morgen auf den Markt. Gebt bitte den Pferden unserer Gäste etwas Heu. Mama macht euch dann nachher ein leckeres Mittagessen.“

Witold, der erst dachte Gottwin hätte Recht und das Essen sei umsonst, fiel beinahe vom Stuhl.

(Witold) „Oh man, was machen wir jetzt?“

Gottwin rief dem Gastwirt zu.

(Gottwin) „Gastwirt hör mal, wir machen uns jetzt gleich auf den Weg könntest du unsere Pferde vor die Tür stellen?“

Der Gastwirt warf der Köchin einen Blick zu und sprach:

(Gastwirt) „Margret hol die beiden braunen Pferde aus dem Stall!“

Aus Margret zischte es nur so heraus:

(Margret) „Ja mach ich…“

Der Gastwirt schritt zum Tisch von Gottwin und Witold. Als er mit dem Abräumen begann, sagte Witold zu ihm mit zitternder Stimme:

(Witold) „Scheiße, wir haben kein Geld! Ich dachte mein Freund hätte welches!“

Gottwin, der aus seinem Krug trank, schaute erst Witold an und dann den Gastwirt. Nicht überrascht schien der Gastwirt in sich zu gehen, atmete dann aus und sagte:

(Gastwirt) „Das macht nichts. Ich will keinen Ärger!“

Gottwin setzte den Humpen ab und spuckte das Bier, das er im Mund hatte auf den Boden und brüllte ihn an.

(Gottwin) „Dann noch zwei große Bier für uns!“

Witold, der verwirrt auf den Tisch schaute, nippte an seinem Bier und schaute aus dem Augenwinkel dem Gastwirt hinterher, der seine Fäuste ballte und zurück zum Tresen ging.

(Gottwin) „Siehst du Witold? Alles gut, ich hab mir überlegt wir müssen die Pferde verkaufen! Weißt du noch gestern Abend der Mann auf dem Bären? Ich will auch so einen. Außerdem brauch ich ein neues Schild, mein Trainingsschild ist ja zersplittert. Wir gehen gleich auf den Markt!“

Witold trank wieder einen Schluck, das Bier schmeckte ihm vorzüglich. Die zweite Order tranken beide noch in Ruhe aus. Danach sagte Gottwin entschlossen:

(Gottwin) „So, gehen wir.“

Die Beiden standen auf und Witold schulterte seinen Rucksack. Gottwin winkte noch dem Gastwirt zu, aber erntete nur einen bösen Blick. Die beiden Pferde standen gestriegelt vor ihnen. Jeder nahm sich eines an den Zügeln und sie liefen die Straße herunter an mehreren Querstraßen und Gassen vorbei. Die Bauweise der Häuser war immer gleich. Über den Mauern aus dicken grauen Steinen ragte ein spitzes Holzdach. Die Luken der Fenster standen offen und viele der Bürger schauten hinaus. Das Wetter war sonnig und warm. Gottwin und Witold erreichten einen riesigen Marktplatz. Mehrere Kneipen hatten sich in den Häusern darum angesammelt. Sie trugen Namen wie „Die Taverne der Grapscher“, „Zum hau den Lukas“ und „Platzwunde“. Die Stände auf dem Markt waren bunt und die Dächer gingen spitz zu. Es gab Stände mit Brieftauben, Obst, Kleidung und vielen anderen Gütern. Musiker und kleine Glücksspielbuden unterhielten die unzähligen Marktbesucher. Witold kam aus dem Stauen nicht mehr heraus, er hätte es nie für möglich gehalten, dass es so etwas gibt. Eine Frau nicht weit von ihnen schrie:

(Frau) „Frischer Fisch aus dem See! Genauso frisch wie am Hafen!“,

wedelnd mit einem Wels in der Hand. Gottwin sagte total erstaunt zu Witold:

(Gottwin) „Witold sieh mal da, die beiden haben einen Elefanten! Wie fett ist das denn?“

Zwei Männer führten einen großen nordischen Elefanten durch die Straße. Er war dunkelgrau, vom Kopf aus wuchs sein weißes Fell auf seinen Rücken. Zudem war er gesattelt und trug ein Geschirr.

(Bandit) „Den Elefanten verkaufen wir für gutes Geld im Süden. Wenn er nächste mal nicht die doppelten Abgaben leistet nehmen wir ihm alles weg!“,

teilte einer der Männer dem Anderen mit. Witolds Augen leuchteten und er sagte zu Gottwin:

(Witold) „Ich hab noch nie einen Elefanten gesehen, wahnsinn!“

Gottwin und Witold schritten am Markt vorbei und erblickten ein großes Schild auf dem „Markt der Reittiere“ stand. Überall auf dem Pflaster lag Stroh, es lag der Geruchvon Mist in der Luft. Ein kleiner dicker Mann fing sie sofort ab, als die Beiden unter dem Schild den Markt betraten.

(Dicker Mann) „Schönen guten Tag meine Herren, zwei prächtige Hengste haben Sie da! Ich biete Ihnen einen guten Preis dafür.“

Der Mann trug einen blauen Zylinder, unter dem seine lange Nase heraus ragte. In seinem rechten Auge trug er ein Monokel mit dem er aufdringlich die Pferde begutachtete.

(Gottwin) „Das klingt doch gut!“,

antwortete Gottwin ihm. Der Mann lief um die Pferde herum und beäugte diese. Das Geschäft schien unseriös zu laufen. Hemmungslos überdramatisierte er das Alter der Pferde und sagte dann:

(Dicker Mann) „Meine Herren, ich mach‘ Ihnen ein einmaliges Angebot von 1000 Silbermünzen für beide!“

Gottwin überkam ein sehr zorniger Gesichtsausdruck. Er war als Kind rund um die Uhr im Pferdestall gewesen und wusste genau was die Pferde wert waren.

(Gottwin) „Du willst uns wohl verarschen, das sind stattliche Hengste!“,

schrie er und der dicke Mann schaute sich sofort um, ob sie die Aufmerksamkeit anderer auf sich gezogen hatten.

(Dicker Mann) „1400, höchstens.“

(Gottwin) „Alles klar, her damit!“,

sagte Gottwin und war froh die Pferde verkauft zu haben. Der dicke Mann griff in seine Manteltasche und gab ihnen einen Beutel mit 140 Goldmünzen. Damals hatten Goldmünzen und Silbermünzen ein Wertverhältnis von 1:10. Gottwin und Witold waren glücklich über den Verkauf und sahen sich auf dem Markt um. Sie hatten längst vergessen ein Schild zu kaufen bei dem Anblick der vielen faszinierenden Reittiere. Pferde, Widder, Ochsen und Esel waren fast am jedem Marktstand vertreten. Es gab aber auch außergewöhnliche Tiere wie Elefanten und Wölfe. Die große Attraktion war ein kleines Mammut eingepfercht in einem Käfig. Viele Besucher drängten sich an den Ständen vorbei und handelten Geschäfte aus. Gottwin und Witold suchten aber einen Bären – vergebens.

Sie beschlossen erst einmal wie geplant nach einem Schild zu schauen. Die lauten Hammerschläge der Schmiede waren überall auf dem Markt hörbar. Sie formten schmiedbare Metalle auf Ambossen unter ihren Zeltdächern. Durch die Hitze der Schmiedekohlen stand ihnen der Schweiß auf der Stirn.

Auf Tischen boten sie ihre Waren an. Es war ein großes Spektrum von Waffen über Werkzeuge bis hin zu Gebrauchsgegenstände.

Gottwin sah ein großes Rundschild und erkundigte sich nach dem Preis, doch es war unverkäuflich. Nach einer Weile auf dem Markt schlenderten sie erfolglos und schlecht gelaunt in eine Kneipe. Der Name „Platzwunde“ stand groß auf einem Schild über der Eingangstür. Vom Eingangsbereich zog sich auf der linken Seite ein langer Tresen durch die Räumlichkeit. Hinter dem Tresen stand ein Gastwirt, der einen Spüljungen anschrie:

(Wirt) „Sam! Wer hat das Brot gegessen?“

Der Spüljunge antwortete verdutzt, obwohl Krümel an seinem Hemd waren:

(Spüljunge) „Ich war es nicht, wirklich…“

Gottwin und Witold setzten sich an einen Tisch, der mittig in der Kneipe stand.

Es war ein rustikales Lokal, die Rundtische und Stühle waren verkratzt und geflickt worden. Auf dem Boden lagen Bierlachen und Zigarettenstummel.

Die Wände waren dekoriert mit Bildern und ausgestopften Tieren. An vielen Stellen war aber der Putz den wilden Nächten gewichen. Die Stimmung war grandios und die Krüge schepperten aneinander. Ein Musiker zupfte feierliche Melodien auf der Harfe am Ende des Raumes. Er saß auf einen Holzstuhl und stimmte ein Lied an.

(Musiker) „Meine Frau war eine Jungfrau

und heut hab ich den Teufel in der Stube!

Meine Frau war eine Jungfrau

und heut hat sie ein Loch wie eine Luke!

Meine Frau… „

Ein buntes Spektrum vom Halbstarken bis hin zum versoffenen alten Mann war vertreten. Gut betuchte Gäste wurden von willigen Weiber bezirzt.

Eine Schankmaid trat an den Tisch von Gottwin und Witold und fragte:

(Weib) „Was darf es sein, meine jungen Herren?“

Gottwin legte den Münzbeutel auf den Tisch und antwortete:

(Gottwin) „Zwei große Krüge Bier!“

Das Weib warf Witold einen verführerischen Blick zu und lehnte sich nach vorne über. Ihr riesiger Vorbau baumelte vor seinem Gesicht und sie flüsterte:

(Weib) „Für dich mach ich alles, Süßer!“

Witold war völlig unbeeindruckt. Noch nie war ihm eine Frau so nah gekommen also ließ ihn das auch völlig locker.

(Witold) “Scheiße, sieh zu das du das Bier bringst!“

Das Weib verließ verstimmt den Tisch und nannte dem Wirt die Bestellung. Die Männer an den anderen Tischen feierten durch den Tag. Plötzlich ging die Eingangstür auf und ein alter Mann mit einem Gehstock stand im Türrahmen.

(Alter Mann) „Was feiert ihr hier schon wieder?“

In der Kneipe wurde es sehr still, alle Blicke waren auf den alten Mann gerichtet.

(Alter Mann) „Hab ich euch nicht gesagt es wird nicht mehr gefeiert?“,

schrie er. Ein mächtiger Vollbart verdeckte seinen Mund. Er war geschrumpft im Alter, vielleicht gut anderthalb Meter groß und trug einen braunen Kordanzug. Seine Halbglatze, die von einem Kranz aus grauen Haaren umgeben war, glänzte durch das von außen eintretende Sonnenlicht.

Ein Mann von einem der hinteren Tische rief gut gelaunt:

(Mann) „Ja haha, das hast du uns gesagt, aber seit die Stadt unter der Kontrolle der Banditen ist können wir nichts anderes tun als arbeiten und saufen!“

(Alter Mann) „Schweig Thomas, anstatt zu saufen könnten wir gegen die Banditen kämpfen.“

Ein Mann an einem benachbarten Tisch von Gottwin und Witold stand auf und rief:

(Mann) „Ich respektiere dich noch immer wie all die anderen als Bürgermeister unserer Stadt! Aber wir haben keine Chance. Du siehst doch wie sie dieses Jahr schon wieder die Sonnwinn Truppen abgefangen haben.“

Gottwin und Witold warfen immer wieder einen Blick rundum. Der alte Mann war der Bürgermeister von Treva bis er durch die Banditen abgesetzt wurde. Seitdem musste jeder einzelne Bürger Trevas einmal im Monat Steuern an die Bande entrichten. Wer nicht zahlte musste den Monat darauf das dreifache abliefern und wer dazu nicht in der Lage war dem blühte Schlimmes. Der Bürgermeister setzte sich nahe des Eingangs an den Tresen und erklärte:

(Bürgermeister) „Der König tut bestimmt was er kann, die Schlacht auf dem Meer tobt immer noch. Sie soll gigantische Ausmaße angenommen haben berichtete mir vor 2 Tagen ein alter Freund! Das heißt wir können hier nicht sitzen und darauf warten, dass der König uns rettet! Unser König braucht uns!“

Alle Männer lauschten genau seinen Worten, aber keiner schien überzeugt davon zu sein. Plötzlich durchbrach ausgerechnet Gottwins Stimme das Schweigen.

(Gottwin) „Der Alte hat recht, ihr müsst kämpfen!“

Er trank einen großen Zug aus seinem Krug, während er von allen Seiten böse Blicke erntete. Er schepperte den Krug wieder auf den Tisch und stieß lauthals auf. Die Männer fingen an zu tuscheln und einer wetterte:

(Mann) „Halt dein vorlautes Maul, die Banditen sind zu viele. Wenn wir heute gegen sie vorgehen fällt übermorgen eine ganze Horde über uns her! Bürgermeister, wir sind zu wenige und zu schlecht bewaffnet. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ein Angriff vielleicht erfolgreich sein. Aber spätestens ein paar Tage später würden sie in unsere Stadt einfallen, denk nur mal daran was sie vor einem Monat getan haben.“

Gottwin schien mit sich selbst zu ringen, wütend schaute er durch die Gesichter. Der Bürgermeister warf Gottwin einen Blick zu. Lachend konterte er:

(Bürgermeister) „Selbst ein Fremder erkennt die Situation! Wir müssen endlich unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

(Bandit) „Selbst in die Hand nehmen? Was denn?“

Die Eingangstür war geöffnet worden und fünf Banditen standen aufgereiht vor dem Bürgermeister.

(Bandit) „Du erbärmlicher Greis willst die Leute mal wieder gegen uns aufhetzten. War dir das damals keine Lehre, was mit deiner Frau und deinen Töchtern geschah?“

In den Augen aller Menschen in der Kneipe sah man den Hass auf die Banditen. Der Bürgermeister war ganz ruhig, trank einen Schluck und würdigte den Banditen keiner Antwort.

(Bandit) „Hat es dir die Sprache verschlagen, Opa?“,

brüllte er und trat ein Holzbein des Hockers durch. Der Bürgermeister schlug mit den Kopf auf die Holzdielen, stöhnte und krümmte sich vor Schmerzen. Die Banditen brachen in Gelächter aus. Keiner in der Kneipe tat irgendetwas, niemand stand auf und sah nach dem Bürgermeister.

(Bandit) „Wirt, sieh zu, dass wir was zu saufen kriegen, du Pfeife,

und ihr Weiber kommt gleich an unseren Tisch!“

Der Wirt zapfte mit gesenktem Kopf die Biere. Witold, der seinen Blick von den Banditen abwendete und vor hatte mit Gottwin zu kommunizieren, fand ihn nicht auf seinem Stuhl, er hörte nur seine Stimme.

(Gottwin) „Ist alles gut bei dir, Alterchen?“

Gottwin war tief vor dem Bürgermeister in die Knie gegangen, um ihm wieder hoch zu helfen. Der Bürgermeister schaute ihn ganz überrascht an.

(Bürgermeister) „Junge, geh schnell zurück zu deinem Tisch!“

Gottwin warf ihm nur ein Lächeln zu und wollte ihm gerade hoch helfen, da traf ihn ein Tritt voll ins Gesicht. Durch die Wucht flog er in die aufgereihten Hocker vor dem Tresen und fasste sich an den Kopf.

(Bandit) „Hab ich gesagt, dass du ihm hoch helfen sollst, du Bauernlümmel?“

Die Banditen lachten wieder alle gemeinsam und nahmen ihre Krüge entgegen. Ganz Treva stand unter ihrem Einfluss und niemand hatte den Mumm sich gegen sie aufzulehnen. Witold sprang von seinem Stuhl und half Gottwin sich aufzurichten. Gottwin war wütend und schrie ganz außer sich:

(Gottwin) „Du hast es nicht anders verdient.“

Er griff nach seinem Krug auf dem Tisch und schmiss ihn auf den Banditen. Dieser aber duckte sich und er zerschellte im Gesicht eines Banditen dahinter.

(Bandit) „Du wagst es dich uns zu widersetzen?“

In den ganzen Jahren wo die Kneipe „Platzwunde“ geöffnet hatte, war es niemals so still geworden. Keiner der Anwesenden brachte ein Wort über die Lippen. Gottwin war der Blickfang aller. Er war sauer, stinksauer. Von seinem Haaransatz lief ihm ein wenig Blut ins Gesicht. Noch nie war er so feige attackiert worden. Witold nahm den Stuhl, auf dem er gesessen hatte, und schleuderte ihn mit den Beinen voraus auf die Banditen. Sie duckten sich und die Eingangstür der Kneipe brach aus den Angeln.

Der Bürgermeister richtete sich auf und stellte sich dazwischen.

(Bürgermeister) „Der Mann ist noch jung und nicht von hier, verschont ihn bitte. Ich bin es doch, der Schuld an dem Ganzen ist!“

Hinterhältig klang die Stimme des Banditen als er mit seiner Faust ausholte, um den Bürgermeister eine zu verpassen:

(Bandit) „Das bist du auch!“

Die Faust schnellte auf den alten Mann zu, doch dieser wurde von Gottwin zurückgezogen.

(Gottwin) „Halt dich da raus, das ist jetzt mein Kampf!“,

sagte Gottwin trocken. Die Gäste der Kneipe waren ebenso begeistert wie verwirrt. Wieso um Himmelswillen legten sich die jungen Männer mit einer Handvoll Banditen an. Wussten sie nicht wie weit ihr Einflussgebiet reichte und wer alles hinter ihnen stand? Der vorderste holte nochmal aus um Gottwin einen Schlag zu verpassen, doch der Schlag wurde von Witold per Unterarm abgefangen. Gottwin schlug ihm in den Magen, zog ihn an den Haaren und hämmerte sein Gesicht auf die Kante des Tresens wobei eine Fontäne aus Blut und Zähnen aus seinem Schandmaul schoss. Danach schmiss er ihn zwischen die Tische gegenüber. Sofort stürmten zwei der Banditen auf Witold und Gottwin los. Es flogen die Fäuste, Gottwin steckte aber keinen Treffer ein. Geschickt konnte er den vier bis sechs Hieben des Gegners ausweichen bis er ihm mit einem festen Tritt das Kniegelenk zertrümmerte. Der Bandit sackte zu Boden. Gottwin packte nach seinen schmierigen Haaren und gab ihm noch ein paar Kniestöße ins Gesicht. Witold war weniger geschickt. Der erste Schlag seines Gegners traf ihn voll auf die Zwölf und er flog nach hinten auf den Boden. Er richtete sich aber sofort wieder auf, zog seine Handschuhe aus der Tasche und rannte auf den Gegner los. Mit einem harten Schlag zertrümmerte er das Jochbein des Banditen. Aber er war durch die Schläge die er einstecken musste wie im Blutrausch. Er setzte mehrere Schläge in die Magengegend nach bis dieser sich vor Schmerzen nach vorne krümmte. Das Ganze beendete er mit einem weit ausgeholtem Faustschlag auf den Hinterkopf. Die übrig gebliebenen Banditen griffen nach ein paar Messern hinter dem Tresen.

(Bandit) „Ihr sagt mir jetzt sofort wer ihr seid!“

Gottwin und Witold holten noch einmal aus um den beiden am Boden liegenden Banditen vor dem Kopf zu treten. Danach sagte Gottwin, der immer noch total verärgert war.

(Gottwin) „Ich bin Gottwin aus Sonnwinn!“

Alle, die in der Kneipe waren, schienen nach dieser Vorstellung nicht mehr wirklich überrascht. Ein Junge in dieser Gegend, der so gut kämpfen konnte, konnte nur aus Sonnwinn stammen. Den Banditen zog ein breites Grinsen durchs Gesicht und einer von ihnen sagte.

(Banditen) „Wir erzählen dem Boss wie stark du bist, nenne uns deinen Preis!“

Witold öffnete seine Gürteltasche und beide zogen sich eine grüne Phiole rein. Gottwin blickte auf seine geballte Faust und antwortete:

(Gottwin) „Meinen Preis? Ein Kämpfer mit Ehre hat keinen Preis!“

(Banditen) „Selten das wir auf so einen Dummkopf treffen. Dann müssen wir dich jetzt wohl ausweiden!“

Der Bürgermeister und alle in der Kneipe schauten auf Gottwin und Witold. Keiner konnte fassen was der Junge gerade gesagt hatte, zu viele Kämpfer und Bürger hatten bei einem so verlockenden Angebot die Seite gewechselt.

Einer der Banditen ging mit dem Messer fuchtelnd auf Gottwin zu. Doch Gottwin stand ganz konzentriert und ohne Furcht auf der Stelle. Der Bandit holte aus und wollte Gottwin mit dem Messer niederstrecken, doch dieser hielt den Unterarm fest bevor die Klinge seinen Bauch erreichen konnte. Witold gab ihm einen harten Hieb von der Seite gegen die Schläfe. Durch die Kraft des Schlages flog der Bandit gegen den Tresen und knickte ein. Gottwin, der immer noch seinen Arm festhielt, trat ihm immer wieder bis er sich nicht mehr rührte auf seinen Oberkörper und seinen Kopf ein. An der Tür sah man nur wie der letzte Bandit, der übrig geblieben war, einen Schritt nach hinten machte und dann entsetzt rief:

(Bandit) „Warte nur ab, ich trommele alle zusammen und dann vierteilen wir dich!“

Danach rannte er davon. Die Leute in der Kneipe waren baff, selten dass sich jemand mit den Banditen angelegt hatte und das ohne eine Truppe. Gottwin fragte Witold:

(Gottwin) „Bei dir alles gut?“

Witold klopfte sich den Staub von der Hose und machte ein grinsendes Gesicht.

(Witold) „Sicher, und bei dir?“

Gottwin grinste auch und nickte. Danach wendete er sich dem Gastwirt zu und sprach.

(Gottwin) „Das mit den Krügen, dem Hocker und der Tür tut uns leid!“

Der Gastwirt lachte nur, zapfte zwei Bier und stellte diese auf den Tresen.

(Gastwirt) „Schon gut, euer Bier geht auf mich! Lange nicht mehr gesehen wie jemand das Banditenpack ordentlich verprügelt hat. Denen wird der Schädel brummen wenn die wieder zu Bewusstsein kommen!“

Alle in der Kneipe waren immer noch erschrocken aber allmählich wurde aus jedem Gesicht ein Lachendes und sie feierten was passiert war.

(Bürgermeister) „Ruhe! Ihr beiden müsst so schnell wie möglich von hier weg! Es wird nicht lange dauern, höchstens zwei, drei Stunden! Dann ziehen sie durch die Stadt und sind auf der Suche nach euch.“

Gottwin war verwundert darüber wie ernst die Stimme des Alten geworden war. Die Kneipe wurde wieder still und die Männer schienen verärgert über die Worte des Bürgermeisters.

(Gottwin) „Hier weg? Ich wollte hier eigentlich noch bleiben!“

Mehrere Männer versammelten sich um den Bürgermeister und rieten ihm davon ab den beiden zu helfen. Doch die Ratschläge ließen den Bürgermeister kalt.

(Bürgermeister) „Ich kann euch zu einem Ort bringen wo ihr euch verstecken könnt! Ihr müsst wissen, es werden gleich mehr als fünfzig Banditen nach euch suchen!”

(Gottwin) „…?“

Kapitel 4 – „Der Abschaum“

4 Gedanken zu “Kapitel 3 – „Die Stadt Treva“”

  1. Sehr gut!

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  2. Ich will einen nordischen Elefanten! ❤
    Schönes Kapitel, wenn man davon absieht das Topfschnitte NIE modisch sind!

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    • Raubritter85 sagte:

      Im Jahre 1992 A.D. war der Topfschnitt sehr angesagt 😀
      Dieses Kapitel gefällt mir bis jetzt besonders gut, vorallem die Kneipenschlägerei.
      Gottwin scheint kein Kind von Traurigkeit zu sein 😉

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  3. Auf einen Gegner einzutreten der bereits am Boden liegt … sehr unfein … der Glamour des Helden bröckelt … ein Held sollte Großmut zeigen , dieser ist etwas … „öhöm“ … kleingeistig … ich schreibe es mal seinem Alter zu … er ist sicher noch entwicklungsfähig … 😉

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